Nathan // Abraumhalde

Nach Gotthold Ephraim Lessings »Nathan der Weise« // Elfriede Jelinek

Mit Melina Pyschny, Karl Walter Sprungala, Alexander Wanat

Termine

Menschlichkeit und Toleranz, die Hauptbotschaften der Aufklärung, haben in Lessings »Nathan der Weise« ihre dramatische Herausforderung gefunden. Hier vereinigen sich die drei Weltreligionen nicht nur in der berühmten Ringparabel, sondern auch in der Figur der Recha, Ziehtochter des unorthodoxen Juden Nathan, leibliche Tochter einer europäischen Christin und eines zum Christen konvertierten Moslem.
In kaum einem anderen Werk steht jedoch das vorgestellte Ideal in einem so komplexen und mehr als widersprüchlichen Verhältnis zur umgebenden und nachfolgenden Realität. Muss nicht – anders als bei Recha – der Gottesglaube und vor allen Dingen der Glaube an die menschliche Vernunft angesichts der Entwicklung der Welt automatisch ins Wanken geraten? Elfriede Jelinek schafft mit ihrem Text »Abraumhalde« also ein dem entsprechendes Missing Link zu »Nathan«: Was passiert, wenn sich eine Gesellschaft für das Geld und gegen Moral entscheidet, sie sich Moral im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr leisten kann oder will, wenn die Geschichte zeigt, dass das Geld siegt und das Projekt »Aufklärung« der stetigen Gefahr des Scheiterns ausgesetzt ist?

Foto: © Marie-Luise Manthei.
Mit Alexander Wanat, Karl Walter Sprungala und Melina Pyschny.


NOCH IST POLEN NICHT VERLOREN

von Jürgen Hofmann basierend auf dem Filmscript von Melchior Lengyel
zu SEIN ODER NICHTSEIN von Ernst Lubitsch

Mit
Josef Tura Tim Knapper
Maria Tura Stefanie Rösner
Bronski Ognjen Koldzic
Grinberg Rainer Krause
Dobosch Thomas Hamm
Kasparek Philipp Manuel Rothkopf
Magdalene Elisabeth Ebeling
Andrzej Stasnik Julian Koechlin
Siletzky Benedikt Voellmy
Erhard Torsten Borm
Schulz/Wrischinski Tommy Wiesner
SS-Mann/Marek, ein Junge Statisterie Theater Aachen

Termine

Posen, 1939: Kaum ist die anti-faschistische Komödie »Gestapo« der Zensur zum Opfer gefallen, da bricht weiteres Ungemach über die Schauspieltruppe des Polski-Theaters herein: Der junge Mann, der bei jeder Hamlet-Vorstellung seinen angestammten Platz im Zuschauerraum verlässt, sobald der berühmte Schauspieler Joseph Tura alias Hamlet zum – sehr langen – Monolog »Sein oder Nichtsein« ansetzt, ist nicht nur der Verehrer von Turas Ehefrau Maria, in deren Garderobe man sich – sehr lange – ungestört weiß. Er ist auch polnischer Widerstandskämpfer, der die Schauspieltruppe um Mithilfe bittet: Ein Doppelspion namens Siletzky ist auf dem Weg nach Posen, um dem dort stationierten Gruppenführer Erhard eine Namensliste polnischer Untergrundkämpfer zu überbringen. Das muss mit allen Mitteln verhindert werden. In den Kostümen aus »Gestapo« spielen die Schauspieler nun als »echte Nazis« um Leben und Tod …

Foto: © Carl Brunn


demut vor deinen taten baby

Komödie von Laura Naumann

Mit
Lore Bettina Scheuritzel
Mia Petya Alabozova
Bettie Elke Borkenstein

Termine

Auf einer Flughafentoilette sitzen sie wegen einer Terrorwarnung fest: Bettie, Mia und Lore. Nun sind sie eine Schicksalsgemeinschaft. Und als die Sicherheitskräfte Entwarnung geben, haben die drei ein so großes und bedeutsames Gefühl wie noch nie in ihrem Leben: Lebenskrisen und Einsamkeit – nichts davon hat noch eine Bedeutung neben diesem Gefühl der euphorischen Erleichterung, davon - gekommen zu sein. Das müssen andere doch auch erleben! Und plötzlich ist die Idee da: Anschläge simulieren. Glück durch Todesangst! Das Frauentrio überfällt Discos und Supermärkte. Dann kauft sogar die Regierung die Idee. Der Erfolg ist überwältigend. Die Wirtschaft wächst, die Stimmung ist »bombig«. Zu bombig. Leichtsinn macht sich breit. Die Regierung will wieder Ernst in ihr Land bringen und erteilt den Spaßguerillas einen letzten Auftrag ...

Foto: © Carl Brunn


Edgar Allan Poes Unheimliche Geschichten

Nachtmahr nach Edgar Allan Poe in einer Fassung von Stefan Rogge und Vivica

Mit Luana Bellinghausen, Elke Borkenstein, Thomas Hamm, Ognjen Koldzic, Philipp Manuel Rothkopf, Tommy Wiesner

Termine

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und liegen lebendig in Ihrem eigenen Grab! Oder die Wände des Raumes bewegen sich plötzlich auf Sie zu und es wird enger und enger! Oder ein unheimlicher Doppelgänger, der Ihnen völlig gleicht, verfolgt Sie Ihr Leben lang! In seinen schauerlich spannenden Geschichten spielt Edgar Allan Poe meisterhaft mit den tiefsten und archaischsten Ängsten des Menschen. Die Faszination am Unheimlichen und Zerrissenen trieben Poe an, seine »Ich«-Erzähler zu zwielichtigen, zweifelhaften Charakteren zu machen, die lügen, betrügen, morden und dem Wahnsinn verfallen, die versuchen zu vergessen, zu verdrängen und doch immer wieder eingeholt werden von ihren eigenen Taten. Wahn und Wirklichkeit, Vernunft und fieberhafte Erregung wechseln sich ab: »Alles, was wir scheinen und schaun ist nichts als ein Traum in einem Traum«, so Poe selbst. Nichts für schwache Nerven.

Foto: © Wil van Iersel


Das Dschungelbuch

Familienstück ab 6 Jahren nach Motiven der Erzählung von Rudyard Kipling //
in einer Fassung von Roland Hüve

Mit
Mogli Tobias Kulka
Baghira Marco Wohlwend
Balu Rainer Krause
Raksha, Kaa, kleiner Elefant Valerie Oberhof
Shir Khan, Louis, Elefant Tim Knapper
Akela, Oberst Hathi, Affe Torsten Borm
Wölfe, Elefanten, Affen Statisterie Theater Aachen

Termine

Wie überlebt man im Dschungel? Mit Schnelligkeit? List? Lautstärke? Oder mit Gemütlichkeit? Das Menschenkind Mogli wird von der Wölfin Raksha im Dschungel gefunden, in ihr Wolfsrudel aufgenommen und zusammen mit ihren eigenen Wolfskindern aufgezogen. Von seinen Geschwistern und Freunden, dem weisen Panther Baghira und dem genussfreudigen Bären Balu, lernt Mogli alles, was wichtig ist: Wie man zum Beispiel der gefräßigen Schlange Kaa nicht auf den Leim geht und die Affenbande von König Louis austrickst. Aber Mogli merkt auch, dass er anders ist als dieTiere. Als der Tiger Shere Khan in den Dschungel zurückkehrt, nicht duldend, dass ein Mensch unter den Tieren lebt, muss Mogli sein Wolfsrudel verlassen. Alleine sucht er in der geheimnisvollen Welt voller Gefahren nach seinem eigenen Weg – und natürlich helfen ihm seine Freunde dabei.

Foto: © Ludwig Koerfer


Furor

Stück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Mit
Heiko Braubach Karl Walter Sprungala
Nele Siebold Bettina Scheuritzel
Jerome Siebold Julian Koechlin

Termine

Der Lokalpolitiker Heiko Braubach fährt kurz vor dem beginnenden Wahlkampf einen jungen Drogenabhängigen an. Obwohl ihm offiziell bestätigt wird, dass er nicht schuld ist, sucht er den Kontakt zur Familie und bietet freiwillig seine Unterstützung an: Er will die Sonderkosten der Reha übernehmen und sich persönlich um einen Ausbildungsplatz für den Jungen kümmern. Nach anfänglichem Misstrauen beginnt die Mutter des Jungen, eine Altenpflegerin, die jeden Cent umdrehen muss, Vertrauen zu fassen. Doch beide haben nicht mit dem Cousin des jungen Mannes gerechnet, dem unterbezahlten Paketboten Jerome, der Braubachs Wiedergutmachungsversuchen nicht traut und die Chance sieht, endlich mit »denen da oben« abrechnen zu können. Er setzt Braubach unter Druck, ein Kampf der unterschiedlichen politischen Positionen geht bis zum Äußersten. Der selbsternannte Vertreter der Abgehängten und der wohlwollende, aber auch mit genauestem Kalkül agierende Berufspolitiker stehen sich unvereinbar gegenüber und zeigen das existenzielle Aneinander-Vorbei-Reden zweier Menschen, die keinen politischen Konsens mehr finden.

Foto: © Ludwig Koerfer
Mit Bettina Scheuritzel, Julian Koechlin, Karl Walter Sprungala.