Kurze Interviews mit fiesen Männern

Stück nach Stories von David Foster Wallace

Mit
Elke Borkenstein, Thomas Hamm, Tim Knapper, Karl Walter Sprungala

Termine

Zwischen zweifelhaften Flirtstrategien, Männlichkeitswahn, ungeahnten Beziehungsängsten und sexuellen Neurosen offenbaren uns die »fiesen Männer« von David Foster Wallace ihre ganze Unsicherheit hinsichtlich ihres Mannseins. In fiktiven Interviews lässt Wallace sie unermüdlich um sich selbst kreisen und ungefiltert von den Schwierigkeiten der Masturbation im Jugendalter, von der Angst, (weiblichen) Erwartungen nicht gerecht zu werden, von brutalen Machtspielen und von gewissenlosen Aufreiß-Taktiken berichten. Geschickt wird mit Klischees gespielt und zugleich Verständnis wie Kopfschütteln geweckt. Der Kampf der »fiesen Männer« um Souveränität und wie dieser sich auf das Verhältnis der Geschlechter auswirkt, wird hier genau unter die Lupe genommen.

Foto: © Wil van Iersel
Thomas Hamm, Karl Walter Sprungala, Elke Borkenstein, Tim Knapper.


Die Jungfrau von Orléans

Romantische Tragödie von Friedrich Schiller

Mit
Johanna d'Arc Petya Alabozova
Isabeau, Königin Mutter Bettina Scheuritzel
Agnes Sorel, Geliebte von Karl Melina Pyschny
Thibaut d'Arc, Johannas Vater / Der schwarze Ritter Rainer Krause
König Karl von Frankreich | Talbot, englischer Feldherr Philipp Manuel Rothkopf
Graf Dunois von Orléans | Lionel, englischer Anführer Alexander Wanat
LaHire, französischer Offizier | Montgomery, ein Walliser Ognjen Koldzic
Philipp, Herzog von Burgund Torsten Borm

Termine

Johanna, einfaches Bauernmädchen, empfängt von göttlichen Stimmen eine folgenschwere Mission: Sie soll den Franzosen in der aussichtslosen Schlacht gegen die Engländer zum Sieg verhelfen und das Land befreien. Krieg und Intrigen haben Frankreich gelähmt: Hier der König und seine Männer, dort seine rivalisierende Mutter, die mit den Engländern gemeinsame Sache macht. Und auch unter den englischen Recken herrscht Streit. Johanna gelingt das Unmögliche: Der Sieg und die Versöhnung der zerstrittenen Königs treuen. Sie zieht als jungfräuliche Siegesikone und Nationalheldin an den Königshof. Aber: Kein Gefühl, keine Liebe, kein Mitleid darf ihren Auftrag gefährden, sie wird zur Kampfmaschine von Gottes Gnaden. Ihr Siegeszug scheint unaufhaltsam, bis sie dem Engländer Lionel gegenübersteht. Ob Liebe oder Mitleid, Johannas Glaubensgerüst bricht zusammen, sie hält sich selbst für unwürdig, ihre Mission fortzuführen. Aber auch den Machthabenden wird das missionarische Kind langsam unbequem. Als alle Parteien versuchen, das mächtige Mädchen zuerst mit Heirat, dann mit dem Gerücht der Hexerei aus dem Spiel zu ziehen, nimmt Johannas märchenhafter Aufstieg eine brutale Wendung.

Foto: © Marie-Luise Manthei
Alexander Wanat, Philipp Manuel Rothkopf, Ognjen Koldzic, Petya Alabozova.


status quo

Komödie von Maja Zade

Mit
Florian 1/2/3 Tommy Wiesner
Männer/Frauen Luana Bellinghausen, Stefanie Rösner, Benedikt Voellmy

Termine

Schlechte Zeiten für Männer – vor allem, wenn sie jung sind und einen Job suchen. »status quo« zeigt die Welt, wie sie ist, bloß spiegelverkehrt: wir begleiten den jungen Florian 1 als Neueinsteiger in einem Immobilienbüro, bei dem die entscheidenden Führungspositionen von Frauen besetzt sind; dann einen jungen Florian 2, der sich als Azubi im Drogeriefach mit seiner selbstgefälligen und übergriffigen Filialleiterin auseinandersetzen muss, und dann den Schauspielanfänger Florian 3, der sich auf eine Affäre mit seiner Intendantin einlässt.

Foto: © Carl Brunn
Benedikt Voellmy, Luana Bellinghausen, Stefanie Rösner, Tommy Wiesner.


Lazarus

Musical von David Bowie und Enda Walsh

Mit
Michael Julian Koechlin
Newton Benedikt Voellmy
Elly Stefanie Rösner
Zach Philipp Manuel Rothkopf
Japanerin | Maemi Nele Swanton
Teenage Girl 1 Petya Alabozova
Teenage Girl 2 Nele Swanton
Teenage Girl 3 Luana Bellinghausen
Mädchen, später Marley Soetkin Elbers
Valentine Alexander Wanat
Ben Tommy Wiesner

Termine

David Bowie – einer der einflussreichsten Musiker seiner Zeit, Ikone des Glam-Rock, sich immer wieder neu erfindend als Kunstfigur, ob schillernd als Ziggy Stardust oder unterkühlt als Thin White Duke. In der Verfilmung von Walter Tevis‘ Science Fiction »Der Mann, der vom Himmel fiel« übernahm er 1975 die Rolle des Außerirdischen Thomas Jerome Newton, der seinen ausdörrenden Wüstenplaneten verlässt, um auf der Erde Wasserreserven für seine Familie aufzutun. 35 Jahre später schreibt Bowie mit dem irischen Autor Enda Walsh diese Geschichte fort: Newtons Vorhaben ist gescheitert. Drogenvernebelt sehnt er nun das Ende seines Lebens herbei. In seinen wirren Traumwelten erscheint eine junge Außerirdische mit dem Plan, doch noch eine Rakete für den Heimflug zu konstruieren, ein junger Mann namens Valentin erfüllt seine dämonischen Tötungsvisionen. Einzig seine Haushälterin Elli ist ein Bindeglied zur realen Welt. Doch auch sie beginnt, ein Eigenleben zu führen ... 17 Songs aus allen Phasen seiner musikalischen Karriere hat David Bowie, kurz bevor er am 10. Januar 2016 starb, neu zusammengestellt, u.a. »Changes«, »This Is not America«, »Life On Mars«, »Heroes« und »Lazarus«. Entstanden ist kein herkömmliches Musical, vielmehr eine requiemartige Meditation über das Rätsel von Leben und Tod.

Foto: © Marie-Luise Manthei
Nele Swanton, Luana Bellinghausen, Benedikt Voellmy, Petya Alabozova.


Der Ursprung der Liebe

nach dem Comic von Liv Strömquist
in einer Fassung von Insa Jebens

Mit
Bettina Scheuritzel

Termine

Ein Parforceritt durch die Kulturgeschichte der Liebe: von Prinz Charles und Prinzessin Diana bis zu Shakespeare, von Stereotypen in amerikanischen Fernsehserien bis zu Beziehungskonventionen im 19. Jahrhundert – die schwedische Politikwissenschaftlerin Liv Strömquist jagt Mythen der Liebe, Heteronorm und Paarbeziehung in die Luft. Für die Bühne adaptiert gibt das einen aufschlussreichen, humorvollen Theaterabend über den Ursprung des »unordentlichen Gefühls« Liebe, wie Richard David Precht bereits wusste ... Wissenschaftlich unterfüttert, aber auch nicht zu vorsichtig, die Dinge beim Namen zu nennen und in eindeutige Beispiele zu verpacken, nimmt uns diese Untersuchung an die Hand und stellt unser Rollenverständnis auf den Prüfstand: man fühlt sich erwischt und umarmt und wird entlassen mit dem so einfachen wie guten Rat: Hab keine Angst!

Foto: © Marie-Luise Manthei
Bettina Scheuritzel.


Adams Äpfel

Komödie nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen

Mit
Adam, Neonazi, auf Bewährung Ognjen Koldzic
Ivan, Pfarrer einer winzigen Landgemeinde Karl Walter Sprungala
Gunnar, ehemaliger Vergewaltiger und Dieb und davor Tennisspieler Thomas Hamm
Khalid, Gast in diesem Land, ehemals spezialisiert auf Tankstellenüberfälle Melina Pyschny
Sarah, alkoholgefährdete Angestellte bei Umweltorganisationen, jetzt schwanger Elke Borkenstein
Poul, genannt Nordkap, ehemaliger Kapo im KZ, sehr alt Günther Oschmann
Kolberg, Arzt im nahen Krankenhaus, Kaffee trinkender Zyniker Torsten Borm
Esben, Holger, Jorgen und weitere Nazis Statisterie Theater Aachen

Termine

Es gibt keine schlechten Menschen, und wer nur nach dem Schlechten sucht, der findet auch nur Schlechtes. Aber wenn man sich beharrlich auf das Gute konzentriert, dann wird die Welt ein bisschen besser – soweit Ivans Überzeugung. Er ist Pfarrer einer winzigen Gemeinde und resozialisiert in ländlicher Idylle Straftäter. Eine ganze Reihe skurriler Gestalten sucht bei ihm ihren Weg: der kleptomanische Triebtäter Gunnar, der Tankstellenräuber Khalid, die schwangere Alkoholikerin Sarah. Dann taucht eine neue Prüfung auf: Neonazi Adam. Adam ist sofort klar, dass etwas an dieser Oase der Harmonie nicht stimmt. Zwischen Ivan und Adam spitzt sich eine Auseinandersetzung des Guten gegen das Böse zu, die nahezu biblische Ausmaße annimmt. Eine bitterböse Komödie mit tiefgründiger Skurrilität und aberwitzigen Gefechten über Glaube, Fanatismus, Sucht und die Macht der Selbsttäuschung.

Foto: © Wil van Iersel
Elke Borkenstein, Thomas Hamm, Karl Walter Sprungala, Ognjen Koldzic, Melina Pyschny, Günther Oschmann.


Furor

Stück von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Mit
Heiko Braubach Karl Walter Sprungala
Nele Siebold Bettina Scheuritzel
Jerome Siebold Julian Koechlin

Termine

Der Lokalpolitiker Heiko Braubach fährt kurz vor dem beginnenden Wahlkampf einen jungen Drogenabhängigen an. Obwohl ihm offiziell bestätigt wird, dass er nicht schuld ist, sucht er den Kontakt zur Familie und bietet freiwillig seine Unterstützung an: Er will die Sonderkosten der Reha übernehmen und sich persönlich um einen Ausbildungsplatz für den Jungen kümmern. Nach anfänglichem Misstrauen beginnt die Mutter des Jungen, eine Altenpflegerin, die jeden Cent umdrehen muss, Vertrauen zu fassen. Doch beide haben nicht mit dem Cousin des jungen Mannes gerechnet, dem unterbezahlten Paketboten Jerome, der Braubachs Wiedergutmachungsversuchen nicht traut und die Chance sieht, endlich mit »denen da oben« abrechnen zu können. Er setzt Braubach unter Druck, ein Kampf der unterschiedlichen politischen Positionen geht bis zum Äußersten. Der selbsternannte Vertreter der Abgehängten und der wohlwollende, aber auch mit genauestem Kalkül agierende Berufspolitiker stehen sich unvereinbar gegenüber und zeigen das existenzielle Aneinander-Vorbei-Reden zweier Menschen, die keinen politischen Konsens mehr finden.

Foto: © Ludwig Koerfer
Mit Bettina Scheuritzel, Julian Koechlin, Karl Walter Sprungala.


Edgar Allan Poes Unheimliche Geschichten

Nachtmahr nach Edgar Allan Poe in einer Fassung von Stefan Rogge und Vivica

Mit Luana Bellinghausen, Elke Borkenstein, Thomas Hamm, Ognjen Koldzic, Philipp Manuel Rothkopf, Tommy Wiesner

Termine

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und liegen lebendig in Ihrem eigenen Grab! Oder die Wände des Raumes bewegen sich plötzlich auf Sie zu und es wird enger und enger! Oder ein unheimlicher Doppelgänger, der Ihnen völlig gleicht, verfolgt Sie Ihr Leben lang! In seinen schauerlich spannenden Geschichten spielt Edgar Allan Poe meisterhaft mit den tiefsten und archaischsten Ängsten des Menschen. Die Faszination am Unheimlichen und Zerrissenen trieben Poe an, seine »Ich«-Erzähler zu zwielichtigen, zweifelhaften Charakteren zu machen, die lügen, betrügen, morden und dem Wahnsinn verfallen, die versuchen zu vergessen, zu verdrängen und doch immer wieder eingeholt werden von ihren eigenen Taten. Wahn und Wirklichkeit, Vernunft und fieberhafte Erregung wechseln sich ab: »Alles, was wir scheinen und schaun ist nichts als ein Traum in einem Traum«, so Poe selbst. Nichts für schwache Nerven.

Foto: © Wil van Iersel


Nathan // Abraumhalde

Nach Gotthold Ephraim Lessings »Nathan der Weise« // Elfriede Jelinek

Mit Melina Pyschny, Karl Walter Sprungala, Alexander Wanat

Termine

Menschlichkeit und Toleranz, die Hauptbotschaften der Aufklärung, haben in Lessings »Nathan der Weise« ihre dramatische Herausforderung gefunden. Hier vereinigen sich die drei Weltreligionen nicht nur in der berühmten Ringparabel, sondern auch in der Figur der Recha, Ziehtochter des unorthodoxen Juden Nathan, leibliche Tochter einer europäischen Christin und eines zum Christen konvertierten Moslem.
In kaum einem anderen Werk steht jedoch das vorgestellte Ideal in einem so komplexen und mehr als widersprüchlichen Verhältnis zur umgebenden und nachfolgenden Realität. Muss nicht – anders als bei Recha – der Gottesglaube und vor allen Dingen der Glaube an die menschliche Vernunft angesichts der Entwicklung der Welt automatisch ins Wanken geraten? Elfriede Jelinek schafft mit ihrem Text »Abraumhalde« also ein dem entsprechendes Missing Link zu »Nathan«: Was passiert, wenn sich eine Gesellschaft für das Geld und gegen Moral entscheidet, sie sich Moral im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr leisten kann oder will, wenn die Geschichte zeigt, dass das Geld siegt und das Projekt »Aufklärung« der stetigen Gefahr des Scheiterns ausgesetzt ist?

Foto: © Marie-Luise Manthei.
Mit Alexander Wanat, Karl Walter Sprungala und Melina Pyschny.